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"Gott tut gut!"

Segnung und Salbung im Hier und Jetzt

„Segnung und Salbung? Letzte Ölung für alle?“ Mit diesen irritierten Fragen standen vielleicht viele vor dem Plakat oder lasen die Ankündigung im Internet. Beim weiteren Nachlesen wurde klar: Ich soll Gott spüren! Ein Bild von ihm kann ich mir nicht machen, aber ich kann ihn erfahren. Kostbares Öl auf die Stirn oder in die Hand, hoffnungsvolle Worte, etwas fühlen von Gott – das schenkten die Pfarrerinnen Dorotheé Offermann und Kerstin Höpner-Miech am 11. Januar 2020 in der Trinitatis-Kirche. Getaucht in ein Meer von Kerzen, erfassten die leisen Töne voll und ganz die gut 80 Gäste. Wer auf der Suche nach einem Bild vom Paradies ist, hatte hier sicher eine weitere Idee bekommen können.

Paradiesisch ging es weiter: Pfarrerin Offermann erinnerte in ihrer Predigt an den Walt Disney-Klassiker „Die Wüste lebt“ und zauberte mit der Geschichte vom gierigen Äffchen den meisten ein Lächeln ins Gesicht. Erinnern Sie sich, als jenes in den Termitenbau greift, um die wohlschmeckenden Wildmelonensamen zu nehmen? Das Äffchen kam mit voller, geschlossener Pfote nicht wieder aus dem Bau und stand vor dem Dilemma: Kostbarkeiten in der Hand, aber dennoch hungrig. Was tun?

„Wir bleiben in unserem Leben stecken, wenn wir unsere Hände nicht leer machen. Wir wollen gerne viel haben und es soll uns gut tun. Aber das hält uns auch oft gefangen.“, so Pfarrerin Offermann. Mit der Salbung und Segnung verhält es sich ebenso: Wir treten vor Gott mit offenen, leeren Händen und werden beschenkt. Wir können Wünsche äußern, hoffen auf deren Erfüllung oder viel besser noch: Wir erfüllen andere. So sprach auch Gott zu Abraham: „Ich will dich segnen und du sollst ein Segen sein.“ Auch Abraham sollte alles hinter sich lassen, in ein neues Land ziehen, sein Volk mitziehen. Abraham sollte vertrauen. Abraham durfte es auch. Er wurde nicht enttäuscht. Er war gesegnet und entsendet mit seinem Volk.

Von teils schwer beladenen Schultern fielen spürbar Sorgen, als die Pfarrerinnen jeden Besucher im Altarraum segneten. Vereinzelt wurden Wünsche mündlich vorgebracht oder durch das Entzünden einer Kerze an der Weltkugel im Stillen geäußert. Und wer weiß, wie viele vom Segen ergriffen und wieder in ihren Alltag, ihr Leben zurück, aber ein Stück weiter nach vorn gehen und auch andere beschenken können.

Letzte Änderung am: 02.02.2020